
Halloween ist für Kinder ein Riesenspaß. Für unsere Tiere ist es vor allem eines: ein Abend voller Gelegenheiten. Die Schale mit Süßigkeiten steht griffbereit im Flur, der Beutel mit der Ausbeute liegt auf dem Sofa, und irgendwo fällt immer ein Schokoriegel herunter. Ein neugieriger Hund braucht dafür nur einen unbeobachteten Moment.
In der Praxis sehen wir rund um Halloween, Weihnachten und Ostern regelmäßig Tiere, die genascht haben. Die gute Nachricht: Wenn Sie schnell reagieren, können wir meistens gut helfen.
Die drei größten Gefahren
- Schokolade: Sie enthält Theobromin, das Hunde und Katzen nur sehr langsam abbauen. Je dunkler die Schokolade, desto mehr Theobromin steckt darin. Zartbitter und Backschokolade sind deshalb deutlich gefährlicher als Milchschokolade. Auch Kakaopulver gehört dazu. Ob die gefressene Menge für Ihren Hund gefährlich sein kann, können Sie mit unserem Schokoladenrechner abschätzen – im Zweifel rufen Sie trotzdem an.
- Xylit (Birkenzucker): Der Zuckerersatz steckt in vielen zuckerfreien Kaugummis, Bonbons und „zahnfreundlichen“ Süßigkeiten. Bei Hunden löst schon eine kleine Menge einen starken Abfall des Blutzuckers aus, größere Mengen können die Leber schädigen. Werfen Sie einen Blick auf die Zutatenliste – Xylit steht dort manchmal auch als E 967.
- Rosinen und Weintrauben: Ob im Studentenfutter, in Schokorosinen oder im Gebäck: Bei Hunden können sie ein akutes Nierenversagen auslösen. Wie viel gefährlich ist, lässt sich nicht vorhersagen – manche Hunde reagieren schon auf wenige Rosinen.
Unterschätzt werden außerdem die Verpackungen. Bonbonpapier, Folien und Lutscherstiele können im Magen oder Darm stecken bleiben.
Woran Sie eine Vergiftung erkennen
Die Anzeichen kommen nicht immer sofort. Nach Schokolade vergehen oft einige Stunden, bei Xylit kann es dagegen sehr schnell gehen. Achten Sie besonders auf:
- Erbrechen und Durchfall
- Unruhe, Hecheln, Zittern oder starken Durst
- Schwäche, Taumeln oder auffällige Müdigkeit
- Herzrasen oder Krampfanfälle
Wichtig: Warten Sie nicht ab, bis diese Anzeichen auftreten. Wenn Ihr Tier etwas Gefährliches gefressen hat, ist die Zeit direkt danach die wertvollste.
Wann Sie sofort anrufen sollten
Rufen Sie uns an, sobald Sie wissen oder vermuten, dass Ihr Tier Schokolade, xylithaltige Süßigkeiten oder Backwaren, Rosinen oder Trauben gefressen hat – auch wenn es ihm noch gut geht. Häufig können wir in den ersten Stunden noch verhindern, dass das Gift überhaupt aufgenommen wird.
Damit wir Sie gut beraten können, helfen uns diese Angaben:
- Was genau hat Ihr Tier gefressen? Bringen Sie die Verpackung am besten mit.
- Wie viel ungefähr – und wann?
- Wie schwer ist Ihr Tier?
Bitte versuchen Sie nicht, Ihr Tier zu Hause zum Erbrechen zu bringen. Salzwasser und andere Hausmittel können selbst gefährlich werden.
Sie erreichen uns unter 07192 93 000 70 – auch am Halloween-Abend sind wir für Sie da. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Notdienst-Seite.
So bleibt Halloween entspannt
- Stellen Sie die Süßigkeitenschale außer Reichweite, am besten in einen Schrank.
- Sprechen Sie mit den Kindern: Die Ausbeute gehört nicht auf den Boden oder aufs Sofa – und nichts davon wird mit Hund oder Katze geteilt.
- Halten Sie ein paar tiergerechte Leckerlis bereit, damit niemand leer ausgeht.
- Viele Tiere stresst das ständige Klingeln. Ein ruhiger Rückzugsraum hilft – und verhindert, dass Ihr Tier durch die offene Tür entwischt.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern ein schönes, schauriges Halloween. Und wenn doch einmal etwas passiert: Lieber einmal zu früh angerufen als zu spät.
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