Fachlich geprüft von Harald Pfeiffer

Bei einer Pansentympanie („Aufblähen“, „Trommelsucht“) staut sich Gas im Pansen, das nicht mehr abgerülpst werden kann. Der Druck auf Zwerchfell und Kreislauf steigt schnell – bei Schafen und Ziegen kann das innerhalb weniger Stunden tödlich enden.
Woran erkenne ich ein aufgeblähtes Tier?
- linke Bauchseite (Hungergrube) prall vorgewölbt, klingt beim Beklopfen „trommelartig“
- Unruhe, Treten gegen den Bauch, Stöhnen, häufiges Hinlegen und Aufstehen
- Fressen und Wiederkauen hören auf
- Speicheln, beschleunigte Atmung, Atmen mit offenem Maul
- im fortgeschrittenen Stadium: Taumeln, Festliegen
Typische Ursachen
- Klee- oder luzernereiche Weiden, besonders jung, nass oder bereift – hier entsteht oft schaumiges Gas
- plötzliche Futterumstellung, z. B. hungrige Tiere direkt auf frisches, üppiges Grün
- zu viel Kraftfutter oder Brot auf einmal
- Schlundverstopfung durch Äpfel, Rüben oder Kartoffeln – das Gas kann nicht mehr entweichen
Was tun bei Verdacht?
- Sofort anrufen. Ein aufgeblähtes Schaf oder eine aufgeblähte Ziege ist ein Notfall – nicht abwarten.
- Futterquelle entfernen. Das Tier von der Weide bzw. vom Futter nehmen und ruhig halten.
- Nicht selbst stechen und keine Hausmittel eingeben. Falsche Maßnahmen können die Lage verschlimmern oder zu Verletzungen und Verschlucken führen.
- Beobachten und mitteilen: Wann hat es angefangen, was wurde gefressen, sind weitere Tiere betroffen?
Vorbeugen
- Weide- und Futterumstellungen über mehrere Tage schrittweise vornehmen.
- Vor dem Austrieb auf klee- oder luzernereiche Flächen Heu anbieten.
- Kraftfutter in kleinen Portionen füttern, Brot und Küchenabfälle vermeiden.
- Äpfel, Rüben und Fallobst nicht in großen Stücken frei zugänglich lassen.
Bei Anzeichen einer Pansentympanie gilt: sofort anrufen. Ist Ihr Bestand bei uns in Betreuung, sind wir auch außerhalb der Sprechzeiten telefonisch erreichbar.
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