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Notfall & Erste Hilfe

Hufrehe beim Pferd: Anzeichen erkennen und richtig reagieren

Hufrehe ist einer der häufigsten echten Notfälle beim Pferd. Je früher Sie die Anzeichen erkennen und handeln, desto besser die Chancen für Ihr Pferd.

Fachlich geprüft von Harald Pfeiffer
Nahaufnahme eines Pferdeauges

Bei einer Hufrehe entzündet sich die Huflederhaut, die den Hufknochen im Huf verankert – die Durchblutung dort gerät aus dem Gleichgewicht. Unbehandelt kann sich der Hufknochen absenken oder sogar drehen. Das macht Hufrehe zu einem der ernstesten Notfälle in der Pferdehaltung, bei dem schnelles Handeln wortwörtlich über die Zukunft Ihres Pferdes entscheiden kann.

Anzeichen erkennen

  • fühliger, vorsichtiger Gang, besonders deutlich auf hartem Untergrund
  • deutlicher Wendeschmerz beim Wenden auf der Kreisbahn
  • „Sägebockstellung": das Gewicht wird nach hinten auf die Hinterhand verlagert, die Vorderbeine werden vorgestellt
  • vermehrtes Hinlegen, Unwilligkeit zu laufen
  • auffällig warme Hufe
  • deutlich tastbarer, pochender Puls an der Fessel

Was tun bei Verdacht?

Informieren Sie uns sofort – warten Sie nicht ab, ob es von selbst besser wird, jede Stunde kann für den weiteren Verlauf entscheidend sein. Stellen Sie Ihr Pferd bis dahin ruhig auf weichen, tiefen Untergrund, stoppen Sie Weidegang und Kraftfutter, und kühlen Sie die Hufe, falls das ohne Stress für das Pferd möglich ist.

Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Stoffwechselerkrankungen wie EMS (Equines Metabolisches Syndrom) oder PPID/Cushing
  • plötzlicher, ungebremster Zugang zu saftiger Frühjahrs- oder Herbstweide
  • zu viel oder falsches Kraftfutter
  • „Belastungsrehe" nach ungewohnt starker körperlicher Beanspruchung

Vorbeugen

  • Weidegang im Frühjahr langsam angewöhnen ("Anweiden") statt abrupt
  • Gewicht des Pferdes im Auge behalten, insbesondere bei reheanfälligen Rassen (z. B. Robustrassen, Ponys)
  • Kraftfutter an den tatsächlichen Bedarf anpassen
  • bei Risikopferden regelmäßig den Stoffwechsel überprüfen lassen

Bei jedem Verdacht auf Hufrehe gilt: lieber einmal zu früh anrufen. Wir kommen dann zu Ihnen in den Stall.

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