
Von Legenot spricht man, wenn ein Ei im Legeapparat der Henne stecken bleibt und nicht gelegt werden kann. Was zunächst harmlos wirkt, kann unbehandelt innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden – gerade bei Hobbyhaltungen wird das oft zu spät bemerkt.
Anzeichen erkennen
- die Henne frisst und trinkt nicht mehr
- aufgeplustertes Gefieder, apathisches Verhalten, sie zieht sich zurück
- watschelnder, unsicherer Gang
- ein hartes, tastbares Ei im Unterbauch
- wiederholtes, erfolgloses Pressen im Legenest
- „Pinguinhaltung": eine auffällig aufrechte, gestreckte Körperhaltung als Zeichen von Schmerz im Bauchraum
Was tun bei Verdacht?
Trennen Sie die Henne von der Gruppe, halten Sie sie warm und ruhig – und bringen Sie sie sofort zu uns in die Sprechstunde, warten Sie nicht ab. Versuchen Sie bitte nicht, das Ei selbst zu entfernen oder zu massieren: Dabei kann es leicht zu schweren Verletzungen kommen. Je länger ein Ei feststeckt, desto größer das Risiko für einen Legedarmvorfall oder eine Bauchfellentzündung – beides erfordert dann eine tierärztliche, teils chirurgische Versorgung.
Ursachen und Vorbeugen
Besonders häufig betroffen sind junge Junghennen, bei denen der Legeapparat noch nicht vollständig ausgereift ist. Weitere Ursachen sind Übergewicht, Kalziummangel, zu große oder verformte Eier sowie Stress in der Gruppe.
Vorbeugend hilft: ausgewogenes, kalziumreiches Legefutter (z. B. mit Muschelkalk als Zusatz), Übergewicht vermeiden und eine ruhige, stressarme Haltung. Bei wiederkehrender Legenot sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie auch zur Haltung Ihres Bestands.
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