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Notfall & Erste Hilfe

Schokolade gefressen: Wann es für Hunde gefährlich wird

Schokolade enthält Theobromin, das für Hunde giftig ist. Welche Sorten besonders gefährlich sind, welche Anzeichen auftreten und warum Sie sofort anrufen sollten, auch wenn Ihr Hund noch fit wirkt.

Fachlich geprüft von Harald Pfeiffer
Hund liegt neben angebissener Schokoladentafel auf dem Boden
Bild: Sonja Rachbauer auf iStock

Schokolade enthält Theobromin, das Hunde nur sehr langsam abbauen können. Schon kleine Mengen können deshalb zu einer Vergiftung führen. Gerade an Weihnachten und Ostern, wenn überall Süßes herumliegt, passiert das häufig.

Welche Schokolade ist besonders gefährlich?

Je dunkler, desto giftiger: Backkakao, Kakaopulver und Zartbitterschokolade enthalten am meisten Theobromin. Milchschokolade enthält weniger, ist aber in größeren Mengen ebenfalls gefährlich. Wie schwer die Vergiftung wird, hängt von Sorte, Menge und Größe des Hundes ab.

Schokoladenrechner

Geben Sie Gewicht, Menge und Sorte ein. Der Rechner zeigt, wie viel Theobromin und Koffein Ihr Hund pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen hat. Den Rechner gibt es auch als eigene Seite.

Schokoladenrechner für Hunde

Beispiel: 10 kg Hund, 50 g Zartbitter. Bitte eigene Werte eingeben.

27,5 mg Methylxanthine (Theobromin + Koffein) pro kg Körpergewicht

Relevantes Vergiftungsrisiko

Unverzüglich tierärztlichen Rat einholen. Eine frühzeitige Behandlung kann erforderlich sein, auch wenn der Hund noch keine Symptome zeigt.

Jetzt anrufen: 07192 93 000 70

Auch außerhalb der Sprechzeiten für Notfälle unserer Patienten erreichbar, siehe Notdienst.

Unabhängig vom Ergebnis sofort anrufen, wenn

  • Ihr Hund bereits Symptome zeigt (z. B. Erbrechen, Unruhe, Zittern),
  • das Produkt Xylit (Birkenzucker) enthält oder weitere giftige Zutaten wie Rosinen oder Macadamianüsse,
  • Sorte oder Menge unklar sind.

Lösen Sie kein Erbrechen zu Hause aus, auch nicht mit Salz. Symptome können erst Stunden nach dem Fressen auftreten.

Grobe Orientierung, ersetzt keine tierärztliche Einschätzung. Die Grenzwerte sind keine scharfen biologischen Grenzen; die Werte für 70 % und 85 % Kakao sind geschätzt. Quellen: Merck/MSD Veterinary Manual, CliniTox (Universität Zürich).

Achtung: Xylit (Birkenzucker)

Xylit ist für Hunde noch gefährlicher als Schokolade. Der Zuckerersatz steckt in zuckerfreiem Kaugummi, Bonbons, „zuckerfreien“ Backwaren, manchen Erdnussbutter-Sorten und Zahnpasta. Schon sehr kleine Mengen können innerhalb von Minuten zu einer lebensgefährlichen Unterzuckerung und später zu Leberversagen führen.

Anzeichen sind Schwäche, Taumeln, Erbrechen, Zittern und Krampfanfälle. Der Schokoladenrechner gilt nicht für Xylit. Hat Ihr Hund etwas mit Xylit gefressen, rufen Sie uns sofort an und kommen Sie direkt in die Praxis.

Woran erkenne ich eine Vergiftung?

Die Anzeichen beginnen oft erst nach einigen Stunden:

  • Erbrechen, Durchfall
  • Unruhe, Hecheln, starker Durst
  • Zittern, Muskelzucken
  • Herzrasen
  • im schlimmsten Fall Krampfanfälle

Was tun bei Verdacht?

Rufen Sie uns sofort an, auch wenn Ihr Hund noch völlig normal wirkt. Je früher wir handeln, desto besser lässt sich eine Vergiftung verhindern.

Lösen Sie bitte kein Erbrechen auf eigene Faust aus, das kann schaden. Bewahren Sie die Verpackung auf und notieren Sie, wann Ihr Hund wie viel gefressen hat. Das hilft uns bei der Einschätzung.

Vorbeugen

Bewahren Sie Schokolade, Pralinen und Backzutaten außer Reichweite auf. Das gilt besonders für Adventskalender und Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

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